Stuttgart bekommt ein Haus für Film und Medien

Mit einem Grundsatzbeschluss, der auf die Initiative des Ersten Bürgermeisters Dr. Fabian Mayer zurückgeht, hat der Stuttgarter Gemeinderat am 5. März 2020 den Weg für das zukünftige Haus für Film und Medien Stuttgart freigemacht. Dem Beschluss über Bau und Betrieb des Hauses ging eine rund zehnjährige, engagierte und vorwiegend ehrenamtliche Arbeit des Vereins „Haus für Film und Medien Stuttgart e.V.“ (vormals „Neues Kommunales Kino Stuttgart e.V.“) voraus. Dieser – bundesweit einmalige – Zusammenschluss von 25 nicht-kommerziellen Institutionen, die sich in Stuttgart und der Region mit Bewegtbild und Medien befassen, arbeitete eine inhaltliche Konzeption aus, welche die Kulturverwaltung ebenso wie den Gemeinderat überzeugte.

Ursprünglich wurde eine Nachfolgeeinrichtung für das 2008 geschlossene Kommunale Kino in Stuttgart geplant. Aufgrund der heutigen Lebensrealität, in der der Umgang mit Bewegtbild ständiger Bestandteil des täglichen Lebens geworden ist, entwickelte der Verein ein Konzept eines Hauses, das ausgehend vom Medium „Film“ die aktuellen Entwicklungen im gesamten Mediensektor berücksichtigt. So werden zusätzlich zu „Film“ die Themen Animation & visuelle Effekte, Games, Software, Virtual & Augmented Reality, digitale Plattformen und Künstliche Intelligenz im Haus für Film und Medien eine wichtige Rolle spielen.

Vielfältige Veranstaltungsformate sind in einem offenen Haus mit Kinosälen und Werkstatt-charakter geplant, das besonderes Augenmerk auf die medienpädagogische Vermittlung legen wird. Die Zielgruppen schließen alle Bürger mit ein: Kindergartenkinder, Schüler, Auszubildende, Studierende, interessierte erwachsene Laien, Berufsanfänger, Start-Ups und Profis im Film- und Medienbereich.

„Kinos, Labs, und Workshop-Räume für aktive Medienarbeit, Veranstaltungs- und Ausstellungsbereiche sowie die in Eigenregie geführte Gastronomie bilden die vier Säulen des zukünftigen Haus für Film und Medien Stuttgart“ erläutert Markus Merz, Vorsitzender des Vereins und Geschäftsführer der Merz Bildungswerk gGmbH.  Ziel sei es, das neue Haus als ganzheitliches Zentrum für Medienkompetenz und zentralen, dauerhaften Ort des öffentlichen Diskurses über Film und Bewegtbild in der Stadt zu verankern.

Das Haus wird als Neubau auf dem derzeitigen Areal des Breuninger Parkhauses zentral neben der Leonhardskirche liegen und damit ein Nukleus der Neugestaltung der Leonhardsvorstadt werden. “ Durch den Neubau besteht die Chance auch städtebauliche Akzente zu setzen. Das hochfunktionale Haus soll neuesten ökologischen Kriterien gehorchen, dabei aber vor allem Offenheit ausstrahlen“, wünscht sich Markus Merz. Das Bauprojekt ist als Teil des IBA-Quartiers Leonhardsviertel/Züblinareal vorgesehen. Ziel ist daher eine Fertigstellung des Hauses für spätestens 2027. Als zweiter Baukörper ist ein Mobility Hub für Breuninger auf dem Grundstück geplant. Fachlich begleitet wurde die Standortsuche und die Erarbeitung eines konzeptionellen Raumprogramms vom Stuttgarter Architekturbüro haascookzemmrich STUDIO2050.

Für seine Arbeit, insbesondere im Rahmen der Standortsuche, wurde der Verein in den letzten Jahren bereits vom Kulturamt finanziell gefördert. „Wir freuen uns, dass die seit Jahren gute Zusammenarbeit mit der städtischen Verwaltung nun durch den grundsätzlichen Beschluss des Gemeinderats bestätigt wurde“, fasst Markus Merz zusammen. „Wir können nun in die konkrete Planungsphase einsteigen, da durch diesen Beschluss die notwendige nachhaltige Förderung des Haus für Film und Medien Stuttgart gesichert ist.“