Haus des Dokumentarfilms – Europäisches Medienforum Stuttgart e.V. – Dr. Irene Klünder

Welche Bedeutung hat ein Haus für Film und Medien für die Stadt Stuttgart aus Sicht Ihrer Institution?

Die Idee der Kommunalen Kinos – entstanden in den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts als eine kulturelle Bürgerinnen- und Bürgerinstitution – ist keine Idee von gestern. Ganz im Gegenteil: In einer Medienlandschaft der grenzenlosen Vielfalt verlieren sich heute bereits viele Menschen aller Altersschichten in einer ungezügelten Beliebigkeit des Bilder- und Filmkonsums. Gerade Stuttgart braucht ein solches neues Haus für Film und Medien, das den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein medienpädagogisches und kulturell hochwertiges Programm anbieten wird. Filme im Originalton, Dokumentarfilme zu aktuellen Ereignissen, begleitende Film- und Medienangebote zu gesellschaftlichen Diskussionen und Ereignissen in der Stadt, pädagogische Angebote für Schulklassen, ein Haus für die vielen kreativen Kleinfestivals und die blühende Szene der Bloggerinnen und Blogger – all das wird in diesem Medien- und Filmhaus ein sich selbst belebendes Miteinander finden. Und ist doch erst der Anfang einer kulturellen Neubelebung, die einen Vorbildcharakter über die Stadt hinaus haben wird.

Mit welchem Input möchten Sie sich als Institution in ein Haus für Film und Medien einbringen?

Mit vielen Einzelveranstaltungen – von Tagungen über Filmabende bis zu Lehrveranstaltungen – ist das Haus des Dokumentarfilms bereits heute aktiv. Gerne wollen wir uns mit unseren bestehenden Angeboten und neuen Ideen in ein zukünftiges Haus für Film und Medien einbringen. Welcher Bedarf hier besteht, zeigt unsere Veranstaltungsreihe »YoungDOK«, die mit großem Erfolg im April 2013 gestartet ist. Bei diesem Filmabend werden innovative dokumentarische Filme in allen Formaten einem interessierten Publikum vorgestellt und anschließende diskutiert. Wir kooperieren hier auch mit Hoch- und Medienschulen. Ein ganz besonderes Highlight sind unsere Meisterklassen, ein Weiterbildungsangebot für Filmschaffende. Erfahrene Regisseure wie Marcus Vetter oder Rosa von Praunheim arbeiten zwei Tage lang mit Studenten und Filmemachern. Auch unsere Angebote der Landesfilmsammlung Baden-Württemberg an Besitzer alten Filmmaterials erfreuen sich regen Interesses. Hier informieren wir über Themen der Filmrestaurierung und zeigen auf, wie altes Filmmaterial für Produktionen nationale und internationale TV-Sender interessant sein kann.

Welche Anforderungen haben Sie als Institutionen an ein Haus für Film und Medien? Welchen Output bzw. Leistungen erwarten Sie?

Eine Unterstützung unserer Veranstaltungen sollte durch das zukünftige Haus für Filme und Medien in technischer und logistischer Hinsicht erfolgen. Für die vom Haus des Dokumentarfilms derzeit angebotenen Inhalte benötigen wir Vorführräume mit einer möglichen Belegung von ca. 30 bis 150 Zuschauern. Eine Möglichkeit, Filme über einen leistungsfähigen Beamer vortragen zu können, ist jeweils erforderlich; ebenso eine Ausstattung im Audiobereich (Mikrofone, kleines Mischpult). Ein umfangreiches, professionelles Cateringangebot ist für unsere Veranstaltungen nicht zwingend. Denkbar wäre ähnlich wie bei verschiedenen Bürgerhäusern in den Stadtteilen (z.B. Zehntscheuer Zuffenhausen) durch Einbau einer Küche, eigenes Catering vor Ort anbieten zu können. Eine verkehrstechnisch gut erreichbare Lage mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist – ebenso wie Barrierefreiheit, Ladezone, An- und Abfahrmöglichkeiten – für ein solches Haus sicherlich unabdingbar.

www.hdf.dokumentarfilm.info

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