Linden-Museum Stuttgart – Martin Otto-Hörbrand und Dr. Sonja Schierle

Welche Bedeutung hat ein Haus für Film und Medien für die Stadt Stuttgart aus Sicht Ihrer Institution?

Durch das Kommunale Kino bekäme der außereuropäische Film wieder einen Platz in der Stadt, der nicht nur die entsprechenden Rahmenbedingungen erfüllen, sondern auch das entsprechende „Kino-Ambiente“ bieten würde. Das Linden-Museum ist eines der größten völkerkundlichen Museen Europas. Aktuelle Fragestellungen treffen hier auf Objekte aus drei Jahrtausenden. Wir regen dazu an, sich mit der eigenen Gesellschaft in einer globalisierten Welt auseinanderzusetzen. Mit unserem umfangreichen Veranstaltungsprogramm schaffen wir eine Plattform für den interkulturellen Austausch. Begleitende Filmreihen zu unseren Sonderausstellungen helfen uns dabei, andere Kulturen lebendig und zeitgemäß zu vermitteln.

Mit welchem Input möchten Sie sich als Institution in ein Haus für Film und Medien einbringen?

Die pädagogisch lebendige Vermittlung ist einer der Kernziele des Linden-Museums. Wir haben großes Interesse an einer Zusammenarbeit, die über die Filmpräsentation hinausgehen würde. Beispiele hierfür wären Workshops mit internationalem und themenübergreifendem Charakter. Mit einem Haus für Film und Medien bekämen die Kulturinstitutionen wieder einen Knotenpunkt, der über das verbindende Medium Film die Möglichkeit für solche Kooperationen und Vernetzung schaffen würde.

Das alle zwei Jahre stattfindende Nordamerika Filmfestival wird in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Zentrum Stuttgart, der Volkshochschule Stuttgart sowie dem American Indian Filmfestival San Francisco schon seit 2004 veranstaltet. Seit der Schließung des Kommunalen Kinos fehlt dem in Europa einzigartigen Festival ein passender Ort. Internationale Gäste besuchen Stuttgart und vermitteln in ihren aktuellen Filmpräsentationen, Workshops, Konzerten und Gesprächen den Lebensalltag der Indianer und Inuit. Durch ein Haus für Film und Medien Stuttgart würde das Festival wieder an einem Ort stattfinden, der den angemessenen Rahmen schafft und Raum für Begegnung und Aktion bietet.

Das Linden-Museum ist immer sehr daran interessiert, seine Wissenschaftler auch außerhalb des Museums zu Wort kommen zu lassen. Durch ihre hohe Qualifikation können sie bei der Programmauswahl mitwirken, begleitende Gespräche und Diskussionen führen oder eine entsprechende Verknüpfung von Museums- und Kinobesuch schaffen.

Welche Anforderungen haben Sie als Institution an ein Haus für Film und Medien? Welchen Output bzw. Leistungen erwarten Sie?

Das Linden-Museum sieht in einem Haus für Film und Medien einen kompetenten Kooperationspartner, dessen Räume und technische Ausstattung einer zeitgemäßen Medienpräsentation entsprechen. Eine solche Einrichtung könnte sich mit Filmreihen und Festivals, die auch außereuropäische Filme zeigen, einen internationalen Namen machen und zur Attraktivität Stuttgarts als Medienstadt beitragen. Durch Kooperation entstehende Synergie (Finanzen, Organisation, Werbung) kommt allen beteiligten Partnern zugute und bietet Chancen für Veranstaltungen, die sonst nicht möglich wären bzw. als punktuelle Highlights von der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen werden.

www.lindenmuseum.de

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