Staatliche Akademie der bildenden Künste – Petra von Olschowski

Welche Bedeutung hat ein Haus für Film und Medien für die Stadt Stuttgart aus Sicht Ihrer Institution?

Für Studentinnen und Studenten, die sich entscheiden, in Stuttgart ein Studium in den künstlerischen Fächern aufzunehmen, ist die Vermittlung von Filmästhetik, Filmgeschichte und Filmkultur von großem Wert. Gerade weil der künstlerische Film und der Dokumentarfilm sowie Medienkompetenz allgemein immer stärker in fast allen kulturellen Sparten eine Rolle spielen, ist es von zentraler Bedeutung, dass die Landeshauptstadt Stuttgart auch in dieser Hinsicht ein Angebot macht, dass qualitativ hochwertig und anspruchsvoll ist, dem Status der Stadt im nationalen Vergleich gerecht wird und die Szene stärkt. Gerade Hochschulen wie die Kunstakademie sind darauf angewiesen, dass Stuttgart als Kulturstadt attraktiv ist und begabte junge Menschen, die im künstlerischen Bereich arbeiten wollen, aufgrund ihres Angebots anzieht. Da die Genregrenzen zudem immer fließender werden, arbeiten auch an der Kunstakademie immer mehr Studierende aller Bereiche mit dem Medium Film. Hier lassen sich auch direkte Querverbindungen und Kooperationen denken.

Mit welchem Input möchten Sie sich als Institution in ein Haus für Film und Medien einbringen?

Gerne wird sich die Stuttgarter Kunstakademie auch im Bereich Veranstaltungen, Festivals und Workshops an einem Haus für Film und Medien beteiligten. Denkbar sind Reihen aus dem Feld des künstlerischen Films, aber auch direkte Anbindungen an Themen, die im Rahmen von Vortragsreihen oder Symposien an der Akademie diskutiert werden – beispielhaft sei die Kooperation mit dem Cinema-Kino anlässlich des von Felix Ensslin konzipierten Symposiums „Die Ästhetik des Fleisches“ genannt. Da einige Professorinnen und Professoren, aber auch Studierende, in ihrer künstlerischen Arbeit direkt mit dem Medium Film arbeiten, sind auch Werkreihen vorstellbar. Gerade in Kooperationen mit anderen Institutionen der Stadt könnte eine weitere Chance der Nutzung bestehen. Genannt seien hier nur die Merz Akademie, die Akademie Schloss Solitude, der Württembergische Kunstverein und andere mehr.

Welche Anforderungen haben Sie als Institution an ein Haus für Film und Medien? Welchen Output bzw. Leistungen erwarten Sie?

Neben der räumlichen und technischen Infrastruktur, die ein Haus für Film und Medien bieten würde und die dringend erforderlich ist, ist es notwendig, einen Ort in der Stadt zu schaffen, an dem sich all die Interessierten treffen, austauschen und neue Gemeinschaftsmodelle entwickeln können. Zudem wäre es gerade bei der Entwicklung gemeinschaftlicher Projekte wichtig, mit kompetenten Kolleginnen und Kollegen zusammenarbeiten zu können, die Ideen der Akademie  beratend begleiten und die Studierenden evtl. sogar lehrend mit aktuellen Tendenzen im Film und dem Basiswissen der Filmgeschichte vertraut machen. Allein in der Zusammensetzung des Vereins Haus für Film und Medien zeigt sich, welche Kompetenz und Möglichkeiten bereits vorhanden sind, aber nicht genutzt werden können, weil als verbindendes Glied ein Film- und Medienhaus fehlt.

www.abk-stuttgart.de

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