Verein zur Förderung von Filmkunst und Medienkompetenz e.V. – Marc Hug

Welche Bedeutung hat ein Haus für Film und Medien für die Stadt Stuttgart aus Sicht Ihrer Institution?

Die wachsende Komplexität innerhalb der Medienlandschaft und das ausufernde Angebot an nationalen und internationalen Produktionen machen die Orientierung innerhalb der Filmlandschaft zu einem öffentlichen Anliegen. Schließlich sind wir alle unmittelbar davon betroffen. Nur eine zentrale Anlaufstelle wird letztendlich der kulturellen Bedeutung des Mediums gerecht und kann hier eine spartenübergreifende Wegweiserfunktion einnehmen. Das kulturelle Filmangebot in Stuttgart ist geprägt durch Kleingliedrigkeit. Darunter leidet nicht nur das filminteressierte Publikum, sondern auch jeder Veranstalter. Durch den Mangel an Synergieeffekten und öffentlicher Wahrnehmung dringen viele Angebot schlichtweg nicht durch; das betrifft auch die Veranstaltungen des VFM. Stuttgart würde um einen Kulturplatz reicher werden und die vielen Initiativen könnten sich unter dem Dach eines Hauses für Film und Medien zu einem größeren Ganzen ergänzen. Durch die Verbindung der unterschiedlichen Kräfte entsteht ein stärkeres politisches und gesellschaftliches Echo, das letztendlich der Attraktivität des Standorts Stuttgart zu Gute kommt.

Mit welchem Input möchten Sie sich als Institution in ein Haus für Film und Medien einbringen?

Der VFM versteht sich als Biotop für die Vernetzung von Filmkultur und Gesellschaft. Es geht uns darum, kulturelle, politische oder gesellschaftliche Strömungen aufzugreifen und mit ausgewählten Filmen zu verknüpfen. Dabei sind es in der Regel nicht die Filme selbst, sondern die Vermittlung von Hintergründen und neuen Blickwinkeln, die uns am Herzen liegen. Unser Konzept ist geprägt durch Flexibilität. Ob es nun die thematische Verbindung von Kino und Kulinarik ist, oder die Wahl einer unkonventionellen Spielstätte – am Ende soll die Filmpräsentation zu einem sozialen Ereignis werden. Aus diesem Selbstverständnis heraus entstehen einzigartige Filmreihen, die wir als optimale Ergänzung zu einem institutionellen Konzept betrachten. Wir können uns gleichwohl vorstellen, VFM-Reihen unter dem Dach des neuen Hauses für Film und Medien zu integrieren als auch Filme in einer Kooperationspartnerschaft andernorts zu präsentieren. Ferner ist eine Rolle des VFM als Supporter denkbar, bei der wir die Arbeit des Hauses für Film- und Medien fallweise im Bereich der Filmberatung und -beschaffung unterstützen.

Welche Anforderungen haben Sie als Institution an ein Haus für Film und Medien? Welchen Output bzw. Leistungen erwarten Sie?

Als kleiner, gemeinnütziger Verein ist der VFM auf größtmögliche Unterstützung angewiesen. Sowohl im Bereich der technischen Ausstattung, der Öffentlichkeitsarbeit, des Budgets oder der Raumsituation stoßen wir immer wieder an unsere Grenzen. Durch ein institutionelles Dach, wie ein städtisches Haus für Film und Medien, versprechen wir uns eine bessere Ausgangsposition, um die Angebote des VFM in der Stuttgarter Öffentlichkeit zu platzieren. Gleichzeitig wünschen wir uns bessere technische Mittel und Möglichkeiten, eine Vernetzung mit potenziellen Kooperationspartnern und Sponsoren sowie die Option auf alternative Spielstätten.

www.vfm-stuttgart.de

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