Grundelemente

Das Haus besteht aus den folgenden vier Grundelementen, die jeweils einen besonderen Aspekt der Programmatik widerspiegeln. Erst die Interaktion der vier Grundelemente ergibt das HAUS FÜR FILM UND MEDIEN STUTTTGART:

  1. Kino als Ort der Kultur und des Diskurses
  2. Labs, Studios und Workshop-Räume als Orte der aktiven Medienarbeit für alle Generationen (Laien und Profis) und audiovisueller Autorschaft
  3. Veranstaltungs-/Ausstellungbereiche
  4. Gastronomie

 

1. Kino als Ort der Kultur und des Diskurses

Die Ankerpunkte des HFM sind seine Kinos, mit einem kleinen und einem größeren Saal sowie einem großen Multifunktionsraum. Das Programm wird einerseits die Geschichte des Films präsent halten und durch aktuelle Filme andererseits die politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklung filmisch reflektieren – meist eingebettet in einen spezifischen Kontext (Filmreihen, Gäste, Filmgespräche, Workshops).

Das Kino bietet den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt ein an aktuellen Entwicklungen orientiertes, niederschwelliges, kulturell hochwertiges Filmprogramm an, das ohne ein solches Kino zum größten Teil an Stuttgart vorbeigehen würde. Das Haus, und insbe­sondere das Kino, dient somit als Treffpunkt, als ein Ort der Kommunikation, des Diskurses zwischen Publikum und Filmemachern sowie der Besucher untereinander.

Es ist ein Kino in der Stadt für die Stadt, das die sozialen, politischen und ästhetischen Interessen der Menschen reflektiert und bedient. Durch umfangreiche Service-Funktionen für die Stadt und ihre Kultureinrichtungen, Institutionen und Vereine erfüllt das Kino einen sozialen und einen kulturpolitischen Auftrag.

Zusätzlich zum eigenen laufenden Kinoprogramm ist das HFM auch als Abspielstätte und Treffpunkt während der Festivalwochen vorgesehen.

 

2. Labs, Studios und Workshop-Räume als Orte der aktiven Medienarbeit für alle Generationen (Laien und Profis)

Die Förderung der Film- und Medienkompetenz bzw. der (Audio)Visual Literacy, die einen Schwerpunkt auf Kinder und Jugendliche setzt, aber auch Kursangebote für Erwachsene bereitstellt, ist ein zentraler Bestandteil des HFM.

Vor allem die Labs, Studios und Workshop-Räume werden als Orte der aktiven Medien­arbeit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen die Möglichkeit geben, sich im HFM transmedial als ProduzentInnen, AutorInnen, RegisseurInnen und Forschende zu betätigen.

Begleitet werden sie hierbei von natio­nalen und internationalen Kursleitern, die auf ihrem jeweiligen Gebiet Besonderes geleistet haben. Das HFM soll auch Ort der audiovisuellen Publikation sein und allen Beteiligten ermöglichen, sich mittels der angebotenen Medien mit entsprechenden Botschaften an die Öffentlichkeit zu wenden.

Es sind die folgenden Einrichtungen geplant, um diskurs- und publikationsfähig zu sein:

  • Multifunktionsstudio
  • Videostudio (Aufnahmestudio)
  • Tonstudio
  • Fotostudio mit -labor
  • Videoschnittraum
  • Virtual Reality Studio
  • Zahlreiche audiovisuelle Arbeitsplätze
  • Zahlreiche Rechercheplätze
  • Medienarchiv

Darüber hinaus sind Workshop-Räume sowie Vorführräume für kleine Gruppen vorgesehen. Durch den Austausch über und die Beratung zu eigenen Film- und Medienprojekten, das Bilden von Film- und Mediengruppen sowie das Angebot an Workshops lernen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Filme zu verstehen, Bewegtbilder zu analysieren, mit Virtual und Augmented Reality zu experimentieren und gestaltend tätig zu werden. Das Angebot des Hauses vermittelt so eine filmische und digitale Basiskompetenz für alle BürgerInnen.

Besondere Bedeutung hat die Kooperation mit Schulen: Stuttgarter SchülerInnen sollen mindestens einmal in ihrer Schulzeit im HFM gewesen sein. Darüber hinaus werden LehrerInnen Unterstützung zur fachkundigen Umsetzung der film- und medienspezifischen Inhalte des aktuellen Bildungsplans sowie Fortbildungsangebote im Bereich Film/Medien­pädagogik geboten. In einer Ausbaustufe ist angedacht, dass Film- und Medienpädago­gInnen Angebote direkt in die Schulen in Stuttgart und die Region bringen. Räume, Formate, Aktivitäten werden bereits in der Projektierungsphase in Fokusgruppen mit Kindern und Jugendlichen getestet und auch nach Eröffnung des HFM von Kindern und Jugendliche aktiv mitgestaltet.

 

3. Veranstaltungs-/Ausstellungbereiche

Das gesamte Haus kann Ausstellungsfläche und Veranstaltungsfläche sein. Es ist für die Stadtgesellschaft als Service-Ort für vielfältige Ausstellungs- und Veranstaltungsformate ebenso offen wie für eigene Ausstellungen, Konferenzen und Veranstaltungen.

Das HFM plant Wechselausstellungen, die thematisch näher auf ein bestimmtes Film­programm eingehen, über neue technische Trends im Zusammenhang mit Bewegtbild informieren, bis hin zu Ausstellungen, welche die Verbindungen zwischen Film und anderen Medien thematisieren. Ausstellungen finden teilweise in vordefinierten Bereichen statt, teilweise werden sie immer wieder flexibel im gesamten Haus gezeigt.

Auch Veranstaltungsformate wie Filmpremieren, Kongresse und Konferenzen finden im HFM statt. Durch die integrative Verbindung von Kinosälen und Veranstaltungsflächen sind skalierbare Veranstaltungen verschiedener Größen möglich. Insbesondere inhaltlich kongruente Formate, die im medialen und transmedialen Bereich angesiedelt sind, bekommen im HFM einen spannenden Veranstaltungsort. Ob studentische Filmpremiere oder Konferenz über Künstliche Intelligenz – inhaltlich und räumlich ist eine große Bandbreite an Veranstaltungen möglich.

 

4. Gastronomie

Geplant ist ein offener Gastronomiebereich, der einladend und urban verschiedene Aufenthaltsmöglichkeiten bietet und im Sinne eines öffentlichen Wohnzimmers des Hauses verstanden werden darf. Es ist ein Treffpunkt für Bürger, Touristen und Geschäftsleute zugleich und bietet ganztägig neben hochwertigen, bezahlbaren Speisen große und kleine Tische zum gemeinsamen ausgiebigen Essen in einem offenen Bereich, Rückzugsmöglich­keiten, Gelegenheit für den schnellen Snack vor Veranstaltungsbeginn, das festliche Abendessen oder den Kaffee zwischendurch, genauso wie einen Barbetrieb vor und nach Veranstaltungsende. Er verändert sich im Laufe des Tages, mäandert durch das Haus und dehnt sich aus oder wird kleiner, je nach Bedarf und Veranstaltung.

Das Haus betreibt den Gastronomiebereich in Eigenregie und kann entsprechend den Aktivitäten jeweils passende Speisekarten und Aktionen anbieten. Die Gastronomie bespielt das gesamte Haus bei Veranstaltungen und bietet Catering für Veranstaltungen im HFM an.

Der Gastronomiebereich im Erdgeschoss ist nach außen fast komplett verglast und ermöglicht nicht nur Einblicke, sondern strahlt auch in die Umgebung aus und trägt der Bedeutung des Hauses für die Entwicklung des Quartiers Rechnung.

Es versteht sich, dass sich die Gastronomiefläche vor allem im Erdgeschoss befinden muss, da sie hier zur Attraktivität und Lebendigkeit des Quartiers beitragen kann. Angebote im ersten Stock oder höher werden deutlich weniger wahrgenommen.  Eine sich nahtlos anschließende, attraktive Außenfläche, die sowohl eine Bar als auch Loungemöbel sowie klassische Tischbestuhlung bietet, ist Anlaufpunkt weit über den Nutzerkreis des Hauses hinweg.

 

 

D, E